
Poesie und Geschichten mit und über Bäume

Denn in der wahren Natur der Dinge, wenn wir recht bedenken, ist jeder grüne Baum weitaus prächtiger, als wenn er aus Gold oder Silber wäre.
Martin Luther
Und wieder einmal ging ich zu meinem Lieblingsbaum, einer großen Buche. Sie steht auf einem alten keltischen Kraftplatz am Südhang des Schwarzwaldes. Ich liebe es an seinem Stamm zu sitzen und ins weite Rund mit dem Schweizer Jura und der sich dahinter auftürmenden Alpenkette von Eiger, Mönch und Jungfrau zu schauen. An diesem sonnigen Tag legte ich mich auf den Boden nahe des Stammes und schaute in die weit ausladende Krone. Ich kam mit einer Frage, einer Bitte zu meinem Baum, erzählte ihm, dass mich ein sehr belastendes, traumatisches Bild vom tödlichen Verkehrsunfall meiner besten Freundin immer wieder heimsuchte. Sie starb vor meinen Augen, von einem Auto erfasst, als sie gerade über die Straße laufen wollte…..damals war ich mit ihr gerade in die Schule gekommen. Schloss die Augen und während ich in eine angenehme Stille fiel, tauchte irgendwann ein Bild vor meinem inneren Augen auf, dass die ausladenden großen Äste und Zweige der Buche anfingen, in die Richtung des Bodens zu wachsen. Und mit ringförmig sich ausbreitenden Ästen sprossen ganz viele grüne Blätter aus dem Ästen. Der Baum spann einen schützenden komplett bis auf den Boden reichenden grünen Kokon, indem ich nun ganz geborgen und geschützt lag. Und mit diesem Bild des Kokons verblassten mehr und mehr diese intrusiven Bilder des so tragischen Verlustes meiner liebsten Freundin aus Kindertagen. Es war wie ein Wunder, dass unter meinem Lieblingsbaum geschah. Die Bilder kommen seitdem nicht mehr von allein in mein Wachbewusstsein, ohne dass ich sie selbst heranhole…. Welche Erleichterung, welche Freude, was für eine Heilung…..In tiefer Ehrfurcht und herzöffnender Freude wandere ich seit Jahren zum Rümmelesbühl und besuche meine Freundin die Buche.
Klaus
Bäume geben den Seelen der Menschen Frieden.
Nora Waln
Normalerweise sind Schöpfungsakte Göttern und Dichtern vorbehalten, aber das einfache Volk kann diese Einschränkung umgehen, wenn es weiß, wie. Um zum Beispiel eine Kiefer zu pflanzen, muss man weder ein Gott noch ein Dichtet sein; man muß nur eine Schaufel besitzen.
Aldo Leopold
Danke für diese Seite Danke du Wald mit deinen so kraftvollen Stämmen, die mir eine klare Ausrichtung schenken, wenn mein innerer Kompass tillt, wenn ich nicht mehr weiß wo oben und unten ist , wenn das Chaos in mir in einem Waldspaziergang sich wieder ordnet, innere Ruhe einkehrt und mich lachend auf einer Waldlichtung Lichtung die Sonne mir zärtlich ins Gesicht bellt.
Michael Wurde in die schamanische Tradition der Stabträger initiiert. Du fastest lange und anschließend wirst du mit einem Thema in den Wald geschickt. Was möchtest du als neues, lebenswertes in die Welt bringen ? Und damit gehst du immer weiter, immer tiefer in die Natur, dort wo der Wald wohnt, die Hasel, die Weiden an den Bächen zuhause sind. Ging lange vergaß jede Orientierung , folgte einem tiefen Impuls, verbunden mit meinem sich gebärendem Wunsch, der sich in der Welt manifestieren wollte. Und dann tauchte auf, was ich dem Leben zurück schenken wollte. Und im gleichen Augenblick stand er vor mir, direkt vor meiner Nase. Ein wunderbarer Stamm, leicht, biegsam, noch gut in seinem Saft. Dieser Stamm wollte mich, als mein neuer Pilgerstab. Es war leicht in abzusägen. Es war ein Fest in meinem Herzen etwas dem Leben zu geben und dafür einen jungen Haselstamm zu bekommen, der sich mir schenkt. Der Stab begleitet mich heute noch auf meinen Wanderungen.
KaMiRo
Bäume - lebendige Wesenheiten in unserem Leben
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Ich hatte sehr viel Erlebnisse mit Bäumen. Nicht nur das ich bestimmt tausende gefällt hatte. Oder tausende Bäume gepflanzt - es waren auch andere Erlebnisse dabei, von denen ich gerne erzählen will.
Wenn das Wetter schön war, habe ich mich sehr oft unter Bäume gelegt um dort ein Mittagsschlaf, nach den anstrengenden Arbeiten und einem herzhaften Vesper, abzuhalten. Mal unter großen und starken Eichen im Eichwald. Mal unter Tannen oder Fichten im Bergwald aber auch mal unter einer - na man sagt oft dazu 'verkrüppelte Steineiche' auf einem Felsvorsprung, in der wunderbaren Mittagssonne.
Solche Bäume, die auf Felsvorsprüngen oder Felsen wachsen, sind besondere Bäume. Sie sind besonders, genauso besonders, wie die Energien, die sich auf diesen Felsen befinden, welche man gerne als Kraftorte bezeichnet.
So wie eines Mittags, eben auf solch einem Felsvorsprung.
Wir waren an einem Jungbestand zu pflegen. Hier wurde nach den schönsten Bäumen ausgewählt um diese frei zustellen. Damit diese mehr Sonne und Luft erhalten um besser zu wachsen.
Jedenfalls hatte ich mein saftiges Mittagsvesper mit Bauernbrot und Schwarzwurst verdrückt. Als ich mich entschloss einen Mantel aus dem Kombi zu nehmen und mich auf den Felsen unter die Eiche zu legen.
Wie so oft klappten auch gleich meine Augen zu und ich fand mich von einer Sekunde auf die andere in meinem Land der Träume. Waren das wirklich Träume? Ich glaube es nicht.
Ich befand mich in einem anderen Land oder noch besser in einer „Parallelwelt“, was für eine, kann ich nicht sagen. Vielleicht weis ich das mal in ein paar Jahren. Aber egal.
Als ich aus dem Schlaf erwacht bin, war ich zwar wie gerädert aber ich hatte in diesem Schlaf so tief in meine Seele blicken dürfen und soviel von mir selber erfahren dürfen - es war einfach unglaublich.
Was aus solchen Erlebnissen entstehen, weis man oft erst Jahre später zu schätzen. Wenn man erkennt was man dort um diese Zeit an diesem Punkt aufgearbeitet hatte.
Für mich war dieses Erlebnis eine Art Einweihung der Bäume (in dem Fall hat die Eiche das wohl übernommen). Es durfte ab dem Zeitpunkt noch einige Jahre und Erlebnisse geschehen, bis die weiteren Einweihungen durch Bäume mich erreichten.
Wildschweine im Bergwald
Auch war ich mal auf solch eine Eiche hochgeklettert. Ich hatte an dem Tag einfach frei gemacht. Meistens wenn es mir im damaligen Betrieb einfach zuviel wurde. Solche Tage verbrachte ich seit eh und je im Wald. Mir ging an diesem Tag wieder einiges durch den Kopf. Ich wollte mich eigentlich nicht lange auf dem Baum aufhalten. Als sich unter mir eine ganze Rotte Wildschweinen mit zwei oder drei Bachen mit ihren Jungen unter mir ihren Spielplatz aufsuchten.
Die alten bauten sich Kuhlen und legten sich rein. Die jungen tollten auf dem steinigen Waldboden herum - wie wenn ein wild gewordener Kindergarten im Wald herum tollt.
Und das alles so nah - ich sahs vielleicht zehn Meter von dem ganzen Geschehen entfernt, in der Krone der Eiche. Und durfte das ganze Haut nah miterleben.
Ich verhielt mich so richtig mucks Mäuschen still, den erstens sieht man so was nicht gerade jeden Tag und zweitens hatte ich so richtig Schiss, davor was die Bachen mit mir machen würden, wenn ich den Kindergarten stören würde.
Bei uns gingen immer so Schauermärchen durch den Wald, von wild gewordenen Bachen, was ich nicht unbedingt herausfordern wollte.
Nach einiger Zeit, als ich meinen Po unter den Ästen schon nicht mehr spürte, trottete die ganze Mannschaft ab. Einer nach dem anderen, wie im Gänsemarsch.
Es verging einige Zeit, als ich Stock und Steif von dem Ast halb herunter kroch oder sprang. Ich landete ganz knapp mit meinem Fuß neben einen spitzen Stein. Wenn ich drauf geflogen wäre, hätte ich mir Stein gut in den Fuß gerammt und damit einige schlimme Verletzungen eingefangen.
Ich schaute mir den Stein an und nahm in mit.
Und genau der Stein hat mir schon einige schwierige Entscheidungen abgenommen. Wie das gehen kann das ein Stein einem Entscheidungen abnehmen kann - es geht ähnlich wie bei den Bäumen. Wenn du mehr darüber wissen willst, melde Dich einfach.
Der Stein steht heute noch auf meinem Schreibtisch. Wenn ich ihn ansehe denke ich oft an meine Entscheidungen sowie an das Ereignis unseres ersten Zusammentreffens und mit den Wildschweinen.
„In dem Buch Krafttiere begleiten Dein Leben“ von Jeanne Ruland steht geschrieben, wenn ein (Wild-) Schwein in Dein Leben rennt, bringt es Dir Glück auf Deinem weiteren Weg.
Es besagt auch das Du selber mal die Sau raus lassen kannst.
Was das wieder zu bedeuten hatte und das gleich mit einer ganzen Schar von Wildschweinen – darf sich jeder für sich selber denken!
Carl M.F. Beier
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